Filter
Welche Gründe sprechen für einen Filtereinbau?
Gelegentlich werden mit dem Trinkwasser kleine Feststoffpartikel, wie z. B. Rostteilchen und Sandkörner, in die Hausinstallation eingespült. Derartige Partikel können fremdstoffinduzierte Korrosionsschäden in Form von Mulden- und Lochfraß in den Rohrleitungen bewirken, im Laufe der Zeit Brauseköpfe bzw. Luftsprudler verstopfen oder die Funktion von Armaturen stören. Filter verhindern, wenn sie geeignete Durchlassweiten nach DIN EN 13443-1, 19628 aufweisen, solche Erscheinungen weitgehend. DIN EN 806-2, B.4.
Zur Vermeidung des Einspülens von Feststoffpartikel aus dem Versorgungsnetz sind Filter nach DIN EN 13443-1, 19628 einzubauen.
Anmerkung: Bei Leitungssystemen aus Kunststoff ist zu beachten, dass diese immer auch Bauteile aus Metallen enthalten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Filtereinbau?
Der Einbau eines Filters hat zeitlich vor der erstmaligen Füllung der Trinkwasseranlage und örtlich unmittelbar hinter der Wasserzähleranlage zu geschehen. Eine regelmäßige Wartung nach DIN EN 806-5 ist erforderlich. Bei der Erweiterung bestehender Hausinstallationen oder dem Auswechseln größerer Installationsabschnitte kann der Einbau eines zusätzlichen Filters an der Übergangsstelle zweckmäßig sein, um die Einschwemmung von Feststoffen aus bestehenden Leitungsabschnitten zu vermeiden (DIN EN 806-2).
Welche Filterarten gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?
- Nichtrückspülbare Filter = Wechselfilter (Feinfilter, Kerzenfilter)
Hierbei geschieht der Reinigungsvorgang durch Wechsel des Filtereinsatzes (Filterkerze), womit die ursprüngliche Durchlassweite (Druckverlust) wieder hergestellt wird. Aus hygienischen Gründen ist ein Austausch (Ersatzfilterkerze) mindestens alle 6 Monate erforderlich (DIN EN 806-5, A).
Vorteil: Nach Austausch des Filtereinsatzes (Werkstoff PE) wieder 100%ige Leistung „wie neu“! Somit wieder einen komplett neuen hygienischen Filter. Ausbau des Filtereinsatzes ohne besonderes Werkzeug möglich.
- Manuelle rückspülbare Filter = Rückspülfilter
Beim Rückspülverfahren werden die Filtereinsätze (Werkstoff Edelstahl) mit gefiltertem Trinkwasser gespült, wobei die im Filter zurückgehaltene Partikel mit dem Spülwasser über einen Auslauf ins Freie ausgespült werden. Gemäß DIN EN 806-5, A, hat bei rückspülbaren Filtern spätestens alle 6 Monate eine Inspektion mit Rückspülung zu erfolgen.
Vorteil: kein neuer Filtereinsatz erforderlich, wenn durch Spülung 100% ig der Schmutz entfernt wird.
- Automatische rückspülbare Filter = automatischer Rückspülfilter
Die Funktionsweise läuft wie oben beschrieben bei “manuelle rückspülbare Filter“ ab. Es muss nicht mehr händisch gespült werden. Da ein Zeitintervall eingestellt wird, nimmt der Filter die Rückspülungen automatisch vor.
Wie funktioniert ein Filterkerzenwechsel?
Vorgehensweise:
- Eimer unter den Filter stellen.
- Absperrventile schließen.
- Leitung drucklos machen.
- Filterglocke von Hand abschrauben.
- Den verschmutzten Filtereinsatz vom Stützgewebe abziehen. Durch neuen Filtereinsatz ersetzen. Aus hygienischen Gründen darf der neue Filtereinsatz nicht mit bloßen Händen berührt werden.
- Hygienischer Filterkerzenwechsel: Folie öffnen und mit Folie über das Stützgewebe schieben; Folie ohne Berühren der Filterkerze abziehen
- Dichtflächen sowie O-Ring auf Sauberkeit prüfen und die Filterglocke von Hand bis Anschlag einschrauben
- Öffnen der Absperrventile
- Filter auf Dichtheit prüfen
- Filter ist wieder funktionstüchtig