Trinkwasser für Haiti

Das verheerende Erdbeben, das den Karibikstaat Haiti im Januar 2010 heimgesucht hatte, war für Grünbeck der Anlass gewesen, mit einer kompletten mobilen Wasseraufbereitungsanlage in Container-Bauweise schnellstmöglich vor Ort helfen zu wollen. Das Vorhaben gelang unter anderem auch dank des großzügigen ehrenamtlichen Einsatzes zahlreicher Freiwilliger aus dem Grünbeck-Team. Ein zweiter Trinkwassercontainer für Haiti konnte wenig später in Kooperation mit Geschäftspartnern und Zulieferern des Unternehmens gebaut werden, die Geld und Material dafür gespendet hatten.

Die Grünbeck Hilfsleistung

Die speziell für diesen Hilfseinsatz gefertigten Trinkwasseraufbereitungsanlagen sind pro Anlage in der Lage, jeweils ca. 900 bis 1.000 Liter Trinkwasser in der Stunde zu liefern. Und dies auch aus verunreinigtem und mit gesundheitsschädlichen Keimen durchsetztem Wasser. In Haiti, einem Land, in dem zahllose und für offizielle Stellen auch namenlose Menschen unter unvorstellbaren hygienischen Verhältnissen ihr Dasein fristen müssen, hat kostenlos verfügbares, sauberes Trinkwasser einen Wert, der sich hierzulande kaum ermessen lässt.

Das Projekt

Durch die Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk (MHW) waren die beiden Grünbeck-Trinkwasseraufbereitungsanlagen als Soforthilfe zunächst in zwei S.O.S. Kinderdörfern am Rande der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince und im Norden des Inselstaats eingesetzt. Nachdem die S.O.S. Kinderdörfer die beiden Anlagen nicht mehr benötigten, wurde wieder in Kooperation mit dem MHW vor Ort in Port-au-Prince ein neues Trinkwasserhilfsprojekt gesucht, geprüft und gefunden.

 

Die Partner

Seit Februar 2015 sind die Trinkwasseraufbereitungsanlagen in dem von einheimischen Salesianerpatern unter der Leitung von Pater Zucchi Olibrice  größten Schulprojekt von Haiti, OPEPB (Oeuvre des Petites Écoles de Père Bohnen – Werk der kleinen Schulen des Pater Bohnen), im Einsatz. OPEPB kümmert sich um die Ärmsten der Armen und unterhält mehrere Kindergärten, Schulen und eine Berufsschule in den beiden größten Slums von Port-au-Prince, „Cité Soleil“ und „La Saline“.

Um gesundheitliche Belange der Schulkinder und ihrer Eltern kümmert sich seit vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit OPEPB die deutsche Ärztin Dr. Barbara Höfler. Sie hält regelmäßige Sprechstunden in der größten Vorschule von „Cité Soleil“  und informiert  die  Eltern über Hygiene- und Gesundheitsfragen. Die Arbeit von Dr. Barbara Höfler unterstützt der in Köln ansässige gemeinnützige Verein LESPWA- Hoffnung für Kinder in Haiti e.V..

Eine der beiden Grünbeck-Trinkwasseraufbereitungsanlagen arbeitet innerhalb eines abgeschlossenen und bewachten Schulhofs und ist für die Trinkwasserversorgung aller OPEPB-Schulen in „Cité Soleil“  vorgesehen. Die zweite Anlage wird für die kontrollierte Trinkwasserausgabe an Slum-Bewohner auf einem durch Schutzmauer und Wachpersonal gesicherten Grundstück der Salesianer direkt gegenüber der Schule genutzt.. Insgesamt können durch beide Anlagen etwa 20.000 bedürftige Menschen kostenlos mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

v. l. Pater Zucchi Olibrice, Dr. Barbara Höfler, Peter Lachenmeir